HDR Panorama – Tutorial – Teil 2

Hallo Liebe Leser.

Nach den ersten Gehversuchen im ersten Teil möchte ich nun im etwas tiefer einsteigen und ein par weitere Tips geben. Schwer zu glauben, aber wahr. Dieses Panorama entstand aus 3 mehr oder weniger „schlechten“, freihändig und bei denkbar ungünstigem Licht geschossenen Fotos. Bei der Aufnahme habe ich keinen Moment daran gedacht, mehr als sechs Jahre später ein Panorama daraus zu bauen.

Grand Canyon Dessert View Panorama

 Ausgangsmaterial

Die folgenden Bilder sind völlig willkürlich aufgenommen worden. Es ist nicht mal sicher ob ich dabei auf der Stelle stand oder mich sogar ein par Schritte bewegt habe. Keine guten Voraussetzungen für ein Panorama. Aber versuchen wir es mal.

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Zunächst wird aus jedem Bild eine synthetische Belichtungsreihe erstellt. Das erfolgt nach der entsprechenden Anleitung aus dem Artikel Ein-Bild HDR Tutorial. In diesem Fall wurde die Reihe mit den Belichtungskorrekturwerten -2,5 EV / -0,5 EEV / +1,5 EV

Die Bilder werden in der gleichen Ordnerstruktur abgelegt wie ich sie im Artikel HDR Panorama – Tutorial – Teil 1 beschrieben habe. Wir haben dann also 3 Ordner (-2EV, 0EV und +2EV) mit je drei Bildern.

Panorama Erstellung

Wir folgen nun der Anleitung zur Panorama Erstellung aus Teil 1 bis zum Punkt „Zusammenfügen“. Die Bilder passen auf anhieb gut und es müssen nur wenige Korrekturen vorgenommen werden.  Bevor wir das Bild final berechnen lassen, müssen wir aber noch etwas ändern. Die Vorschau wirkt doch arg verzerrt und der Horizont ist unnatürlich gekrümmt.

HDR-Panorama-Tutorial-Teil2_001

Projektion

Jede Änderung der Projektion ändert zwar auch die Verzerrung, behebt sie aber nicht. Die Bilder müssen noch ausgerichtet werden, doch dazu später. Nach einigem Ausprobieren habe ich mich für die stereoskopische Projektion entschieden, da sie eine sehr schöne Tiefenwirkung erzielt. Hier sollte jeder mal für sich die Projektionen durchgehen und den Beschreibungstext lesen. Auch die Suche im Internet nach mehr Informationen kann da hilfreich sein. Unterschiedliche Motive benötigen unterschiedliche Projektionen. Mache Projektionen sind für bestimmte Motive sogar gänzlich ungeeignet.

Bewegen/Ziehen

Die Bilder können auch manuell ausgerichtet werden, was jedoch sehr mühsam ist. Die automatischen Funktionen sind jedoch sehr gut, so dass ein manueller Eingriff vermutlich sehr selten notwendig wird.

Die Funktion „Einpassen“ passt erst mal die Bilder möglichst exakt in die Projektion ein. Der Horizont ist aber immer noch krumm. Dies ändert sich schlagartig wenn die Funktion „Ausrichten“  verwendet wird. Mit Hilfe von „Zentrieren“ werden die Bilder anschließend mittig in die Projektion gerückt. Nun noch unter „Beschnitt“ den „automatischen Beschnitt“ vornehmen um ein möglichst großes Rechteck für die endgültige Ausgabe einzupassen. Natürlich kann man auch hier manuell eingreifen.

Das Zusammenfügen der drei Panoramen erfolgt nun wieder wie im Artikel HDR Panorama – Tutorial – Teil 1 beschrieben.

HDR Erstellung

Hier folgen wir wieder den Schritten aus dem Artikel Ein-Bild HDR Tutorial bis zum Tonemapping. In diesem Fall war für den HDR Algorithmus “Luminanz RGB” keine besondere Gewichtung notwendig.

Mit dem Tonemapping kann man problemlos Tage und Nächte verbringen. Hier hilft eigentlich nur ausprobieren. Ein besonders hilfreiches Werkzeug möchte ich aber noch kurz vorstellen. Ich bin dazu übergegangen einige Effekte selektiv auf Schatten, Mitteltöne und Lichter anzuwenden. So kann man nicht nur die Eigenschaften des Tonemappings für die jeweiligen Bereiche anpassen, sondern den ganzen Algorithmus ändern.

HDR-Panorama-Tutorial-Teil2_002    HDR-Panorama-Tutorial-Teil2_003

In diesem Beispiel setze setze ich das Tonemapping in den Schatten erheblich intensiver (80%) ein, da ich so enorm viel aus den dunklen Flächen herausholen kann. Für die Mitteltöne wäre das zu viel. Hier kann man den Unterschied in den Schatten deutlich sehen:

HDR-Panorama-Tutorial-Teil2_004 (80%)

HDR-Panorama-Tutorial-Teil2_005 (50%)

Auch brauche ich in den Mitteltönen nicht so viel Sättigung wie in den Schatten.

Nach dem Tonemapping kann das Bild erstellt werden.

Hinweis:

Mir ist aufgefallen, dass das Vorschaubild von HDR Project Professional Kontrast und Sättigung etwas intensiver darstellt als im endgültigen Ergebnis. Anfangs hatte ich einen falschen Farbraum in Verdacht. Aber es ist tatsächlich die Vorschau. Daher sollte das Endergebnis in der Vollansicht geprüft werden. Ich kann dann in der Regel 5-10% (absolut) Kontrast und 1-3% (absolut) mehr Sättigung hinzugeben.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und ich freue mich auf Eure Kommentare und Bilder!

Andreas

 

 

 

 

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