Ein-Bild HDR – Tutorial

Hallo liebe Besucher.

Bei der Durchsicht älterer Aufnahmen kann man häufig neben der eigenen Weiterentwicklung auch die Defizite der früheren Technik erkennen. Insbesondere stärkeres Rauschen und geringerer Dynamikumfang der älteren Sensoren warn häufig ein limitierender Faktor. Mittlerweile sind sowohl die Kameras aber auch die Programme zur Bildbearbeitung erheblich besser geworden, so dass es sich durchaus lohnen kann ausgewählte Aufnahmen erneut zu bearbeiten.

Wurde die Aufnahme im RAW Format gemacht kann ein HDR aus einem Bild eine gute Möglichkeit sein, die Dynamik zu verbessern. In diesem Tutorial beschreibe ich eine einfache und natürliche Bearbeitung mit „HDR projects professional“. Natürlich kann man das Bild auch mit anderen Methoden und Programmen optimieren. Ich finde jedoch dass es sich durchaus lohnen kann auch mal ein HDR zu probieren.

Grand Canyon, South Rim, Yaki Point

 

Ausgangsmaterial

Mit dem ursprünglichen Foto waren Fotograf und Kamera (Nikon D40x) augenscheinlich gleichermaßen überfordert. Vor allem ist es überbelichtet. Die Matrix Messung war für das Motiv ungeeignet, genauso einige andere Einstellungen. Die Angabe der EXIF’s spare ich mir daher 🙂 Hier ist das Bild quasi OOC (nur Verzeichnungs- und CA Korrektur) vom RAW entwickelt:

Grand Canyon, South Rim

„Synthetische“ Belichtungsreihe erstellen

Grundsätzlich kann die Software das selbst. Da dieses Bild aber sehr überbelichtet ist ergibt sich aus der automatischen Funktion kein optimales Ergebnis. Ich habe daher die Reihe in Lightroom selbst erstellt. Dabei habe ich zunächst versucht ein korrekt belichtete Bild zu erzeugen. Das war mit einer Korrektur von -0,7 EV zu erreichen. Neben der Verzeichnungs- und CA Korrektur wurde das Bild noch rauschreduziert, etwas geschärft und Staub wurde entfernt. Danach habe ich zwei Kopien angelegt und entsprechend über- bzw. unterbelichtet. Ausgehend von „mittleren Bild“ sind die anderen Bilder relativ um +/- 2 EV geändert worden. Höhere Werte sind nicht sinnvoll da nicht mehr Informationen im RAW enthalten sind. Die Bilder wurden als 16Bit TIF exportiert.

Achtung! Unbedingt auf einen einheitlichen Farbraum über den ganzen Prozess achten! Ansonsten kann es zu recht starken Abweichungen kommen. Ich verwende in diesem Fall sRGB, da diese Bilder ausschließlich für die Ansicht auf dem Computer Monitor vorgesehen sind. Bei Print Ausgaben empfiehlt sich AdobeRGB oder ein anderer Farbraum.

Grand Canyon, South Rim Grand Canyon, South Rim Grand Canyon, South Rim

HDR Erstellung

Für die HDR Vorbereitung können alle Optimierungen ausgeschaltet werden. Die Bilder haben keine Verschiebung, wir wollen den Farbraum und den Weißabgleich beibehalten, die Rauschreduzierung ist auch schon vorgenommen worden. Das macht die Sache einfach.

Ein-Bild-HDR_01

Ich habe den HDR Algorithmus „Luminanz RGB“ ausgewählt, da dieser für die Landschaftsaufnahme am besten geeignet erschein. Das Ergebnis war etwas zu hell, so dass ich manuell für dunklere Bild eine größere Gewichtung eingestellt habe.

Ein-Bild-HDR_02

Das Tonemapping erfolgte auf Basis der Voreinstellung „natürlich normal“ mit folgenden Werten (in der Reihenfolge):

  • Farbton-Sättigung-Belichtung
    • Sättigung -10%
    • Maskierung: Vollständig
  • Tonemapping Gradient
    • Radius: 500px
    • Intensität: 50%
    • Lichtkompression: 30%
    • Makrodetails: 50%
    • Mikrodetails: 10%
    • Maskierung: Schatten
  • Lokaler Kontrastausgleich
    • Radius: 250px
    • Stärke: 50%
    • Maskierung: Vollständig
  • Helligkeit-Kontrast-Gamma
    • Kontrast: 5%
    • Gamme: -5%
    • Maskierung: Vollständig
  • Lichter & Schatten anpassen
    • Lichter Abschneiden: 92
    • Lichter anpassen: -25%
    • Schatten anpassen: 5%

Das Ergebnisbild wurde in ein 16Bit TIF exportiert und in LR importiert. Hier erfolgte keine weitere Bearbeitung. Alle Entwicklungseinstellungen wurden deaktiviert.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und ich freue mich auf Eure Kommentare und Bilder!

Andreas

 

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